Egal ob der Besuch auf dieser Seite reines Interesse oder durch den geplanten Kauf von Alpakas bedingt ist, es gibt einiges Wissenwertes über diese wunderbaren Tiere zu berichten.

Sollte jedoch der Kauf von Alpakas im Raum stehen, ist die Entscheidung ob man auf der Suche nach Hobbytieren ist oder sich der Zucht hochwertiger Tiere verschreiben möchte der erste Schritt auf dem Weg zum eigenen Alpaka. Denn sowohl Genetik, Faserqualität als auch Körperbau spielen eine große Rolle für den Wert des jeweiligen Alpakas. Die Grundkenntnisse der oben genannten Kriterien ersparen auf jeden Fall die eine oder andere Enttäuschung nach erfolgtem Kauf!




Alpakas gehören der Gattung der Kamele an und werden als Neuweltkameliden bezeichnet. Sie stammen ursprünglich aus Südamerika und sind dort vor allem in Chile, Peru und Bolivien anzutreffen. Domestiziert wurden sie bereits 4000 v .Christus aus den wildlebenden Vikunjas. Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch heute noch die hochwertigsten Tiere in Südamerika anzutreffen sind.

Man unterscheidet 2 Arten von Alpakas, die Huacayas und die Suris, welche sich vor allem durch die Optik Ihrer Fasern unterscheiden. Während die Faser des Huacayas mehr oder weniger stark gewellt ist (Crimp) und lotrecht zur Haust wächst, fallen die Fasern der Suris in langen Strähnen am Körper hinunter.

Ein Alpaka wird normalerweise zwischen 20 und 25 Jahre alt, Stuten erreichen ein Gewicht von 50 bis 70 kg ein Hengst zwischen 70 und 95 kg, das Stockmass beträgt circa einen Meter.

Fohlen, welche Crias heißen, werden einmal jährlich nach einer Tragzeit von 11,5 Monaten geboren, wobei die Geburt normalerweise am Vormittag beziehungsweise frühen Nachmittag stattfindet. Bereits 3 Wochen nach der Geburt kann eine erneute Deckung der Stute erfolgen.

Mit ihren 2 Zehen, welche mit einer weichen Sohle versehen sind, zählen Alpakas zu den Schwielensohlern.

Aufgrund ihrer weichen Zehenballen sind Alpakas ideale "Weidebewirtschafter“, da sie keinerlei Schäden auf der Weide hinterlassen.


Alpakas sind bedingt durch das karge Futterangebot ihrer ursprünglichen Heimat genügsame Tiere.

Neben Gras ist jedoch für ein stetes Angebot an Heu und Mineralien zu sorgen. Auf einem Hektar Weidefläche können je nach Futterangebot circa 14 Alpakas gehalten werden.

Der bevorzugte Aufenthaltsort ist die freie Natur, ein zugluftfreier Unterstand ist für das Wohlbefinden der Tiere nötig, wobei für erwachsene Alpakas 2 m2 Stallfläche berechnet werden sollten.

Auch können Alpakas niemals alleine oder zu zweit gehalten werden da es sich um Herdentiere mit ausgeprägtem Sozialverhalten und streng hierarchischer Rangordnung handelt.

Da aufgrund der dichten Bewollung ein schlechter Ernährungszustand lange nicht auffällt, muß das Gewicht kontrolliert oder das Tier zumindestens von Zeit zu Zeit abgetastet werden.




In Europa haben diese liebenswerten Tiere das Glück hauptsächlich zur Fasergewinnung gehalten zu werden. Die Alpakafaser zählt zu den edelsten Fasern weltweit und kommt in 22 Naturtönen vor.

Pro Schur, welche einmal jährlich von statten geht, können 2 bis 5 kg Wolle gewonnen werden.

Das Vlies: Die Alpakafaser zeichnet sich durch Ihre ausgezeichnete temperaturausgleichende Eigenschaft aus. Sie wärmt bei kalten Temperaturen und gibt bei Hitze Wärme ab.

Durch den sehr kleinen Faserdurchmesser (teils unter 15 µm) ist das Gewicht der Wolle sehr gering und dadurch so angenehm zu tragen. Ein weiterer Vorteil ist der extrem geringe Anteil an Lanolin, dem sogenannten Wollfett, welches jeder der schon mit Schafwolle gearbeitet hat wohl nicht mehr so schnell vergessen wird. Das Alpakavlies ist sauber, riecht nicht unangenehm, ist nicht fettig und somit weit leichter zu reinigen.

Der antirheumatische sowie antiallergische Aspekt ist vor allem heutzutage auch nicht zu vernachlässigen.
All diese Eigenschaften und Vorteile machen das „Vlies der Götter“ unserer Meinung nach zur Alternative der Zukunft im Bereich innovativer Landwirtschaft - nicht umsonst wird die Investition in die Zucht von Alpakas als „best livestock investement“ bezeichnet.

Die Fleischgewinnung hat sehr zu unserer Freude in Europa keinen Stellenwert. Für uns war dies ein wichtiger Punkt uns für diese Tiere zu entscheiden!

Alpakas sind ausgesprochen gutmütige und leise Tiere, welche durch Ihren wachen Blick und Ihre ausgesprochene Neugier sehr rasch das Herz Ihres Gegenübers erobern. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass sie zunehmend in der tiergestützten Therapie zum Einsatz kommen. Auch der Tourismus hat diese Wollknäuel mittlerweile für sich entdeckt und so mancher Bauernhof bietet Spaziergänge oder Trekkingtouren mit Alpakas bzw. ihren Verwandten, den Lamas, an.

Ein weiteres Einsatzgebiet ist der einfache Ersatz des Rasenmähers durch ein absolut liebenswertes Geschöpf auf 4 Beinen. Sowie als bester Freund für Kinder, den man aber im Gegensatz zu einem Hund auch mal 2 Tage alleine lassen kann.

Und genau über diese möglichen „Einsatzgebiete“ sollte man sich Gedanken machen, wenn man beabsichtigt sich Alpakas zuzulegen, da es einen wirklichen Unterschied macht, ob man sich der Zucht und Verbesserung der Faser intensiv widmen, oder einfach von der Terrasse aus in ein lustiges Gesichtchen schauen möchte.

Bei weiteren Fragen oder Interesse an einem Besuch bei uns stehen wir gerne jederzeit telefonisch oder persönlich bereit und würden uns freuen auch Sie mit dem gefährlichen und kaum heilbaren Alpakavirus zu infizieren!